ETA 1856


Das ETA 1856 ist ein eher seltenes, mechanisches Chronographen-Uhrwerk mit Automatikaufzug, das von der Schweizer Firma ETA in den 1970er Jahren produziert wurde. Es gehört zur Familie der sogenannten „Chronomatic“-Kaliber, die in Zusammenarbeit zwischen Heuer, Breitling, Hamilton-Buren und Dubois Dépraz entwickelt wurden. Diese Kaliberfamilie war Teil des historischen Wettlaufs um das erste automatische Chronographenwerk, das Ende der 1960er Jahre auf den Markt kam. ETA selbst fertigte das Kaliber 1856 auf Basis eines Buren-Microrotorwerks, kombiniert mit einem Modul von Dubois Dépraz.

Die Produktion des ETA 1856 fand hauptsächlich in den frühen bis mittleren 1970er Jahren statt, also in einer Zeit, in der die Schweizer Uhrenindustrie mit der aufkommenden Quarztechnologie zu kämpfen hatte. Das Uhrwerk zeichnet sich durch seine ungewöhnliche Konstruktion mit Mikrorrotor und Modulbauweise aus, was es in Sammlerkreisen heute durchaus interessant macht. Es war relativ teuer in der Herstellung und wurde daher nur in höherwertigen Modellen eingesetzt.

Marken, die das ETA 1856 verwendeten, waren eher kleinere oder spezialisierte Hersteller, nicht die großen Player wie Rolex oder Omega. Konkrete Modelle sind schwer zu finden, da es sich nicht um ein weit verbreitetes Kaliber handelte. Es wurde gelegentlich in limitierten Serien oder von Nischenmarken eingesetzt, vor allem solchen, die mit Dubois Dépraz oder ETA eng zusammenarbeiteten. Heuer nutzte dieses Kaliber nicht direkt, sondern griff auf das ursprüngliche Chronomatic-Konsortium zurück, etwa mit dem Kaliber 11, 12 oder 15, die konzeptionell verwandt sind.

Heute gilt das ETA 1856 als interessantes Beispiel für die technische Vielfalt der 1970er Jahre und ist in Sammlerkreisen wegen seiner Seltenheit und Bauweise durchaus gesucht, auch wenn es nie die Verbreitung oder Bekanntheit anderer ETA-Kaliber erreichte.


Wikipedia: ETA  SALINK
Website der Firma ETALINK