Caliber   |   Kaliber   |   Uhrwerk


In der Welt der Armbanduhren bezeichnet der Begriff „Caliber“ oder „Kaliber“ das Uhrwerk selbst, also den Mechanismus, der die Zeitmessung ermöglicht. Ursprünglich wurde das Wort vor allem verwendet, um bestimmte Bauformen und Größen von Uhrwerken zu klassifizieren. Heute dient es in erster Linie als Bezeichnung für ein bestimmtes Werk oder eine Werkfamilie, ähnlich wie eine Modellnummer oder ein Name. Ein Hersteller kann damit sowohl eigene Entwicklungen kennzeichnen als auch zugekaufte Werke identifizieren.

Das Kaliber umfasst alle Bauteile, die das Funktionieren einer Uhr gewährleisten: von der Energiequelle über das Räderwerk bis hin zur Hemmung und Zeigerstellung. Unterschiede im Kaliber wirken sich auf Genauigkeit, Gangreserve, Robustheit und Komplikationen wie Chronograph, Kalender oder Mondphase aus. Manche Kaliber sind industriell in großen Stückzahlen produziert und standardisiert, andere werden in kleiner Serie gefertigt, aufwendig dekoriert oder technisch besonders innovativ.

Für Sammler und Liebhaber ist die Angabe des Kalibers wichtig, weil sie Rückschlüsse auf Herkunft, Qualität und historische Bedeutung einer Uhr zulässt. Ein bestimmtes Kaliber kann Kultstatus erreichen, wenn es sich über Jahrzehnte bewährt hat oder in berühmten Modellen eingesetzt wurde. Zugleich ist der Begriff auch ein Ausdruck des Stolzes eines Herstellers, da das Uhrwerk als Herzstück jeder Uhr gilt. Ein solches Kaliber ist das ETA 7750.


Der Unterschied zwischen Manufakturkaliber und Fremd- bzw. Zuliefererkalibern:

Ein Manufakturkaliber ist ein Uhrwerk, das von einer Marke selbst entwickelt und produziert wird, oft auch mit einem besonderen gestalterischen oder technischen Anspruch. Es signalisiert, dass die Marke nicht nur Gehäuse und Design liefert, sondern das Herzstück der Uhr eigenständig beherrscht. Für viele Uhrenliebhaber ist das ein Zeichen von Unabhängigkeit, handwerklicher Kompetenz und Exklusivität. Solche Kaliber sind meist aufwendig konstruiert, teilweise dekoriert und häufig teurer, da Entwicklung und Fertigung viel Know-how und Ressourcen erfordern.

Fremd- oder Zuliefererkaliber hingegen stammen von spezialisierten Werkherstellern wie ETA, Sellita oder Miyota. Sie werden von zahlreichen Marken eingesetzt, oft in leicht angepasster oder dekorierter Form. Diese Werke gelten als robust, zuverlässig und gut zu warten, weshalb sie vor allem in preislich zugänglicheren oder stark industrialisierten Uhren verbreitet sind. Für die Käufer bietet das den Vorteil einer einfachen Ersatzteilversorgung und erprobter Technik, auch wenn es weniger exklusiv wirkt als ein eigenes Manufakturwerk.

Der Unterschied ist also nicht nur technischer Natur, sondern auch eine Frage von Image und Philosophie: Während ein Manufakturkaliber die Eigenständigkeit und oft den Luxusanspruch einer Marke unterstreicht, steht ein Fremdkaliber eher für Solidität, Vernunft und die Konzentration auf Design oder Preis-Leistungs-Verhältnis.


Wikipedia:  Kaliber (Uhr)LINK

NomosAutomatikkaliber neomatik Datum (DUW 6101).
Bildquelle: Berlinerblau - eigenes Werk.