Heliumventil


Ein Heliumventil an einer Armbanduhr ist eine spezielle Vorrichtung, die bei professionellen Taucheruhren zum Einsatz kommt – und zwar dann, wenn die Uhr extremem Druck und dem Gas Helium ausgesetzt ist, wie es beim Sättigungstauchen (sogenanntes „Saturation Diving“) vorkommt.

Beim Sättigungstauchen arbeiten Taucher in sehr großer Tiefe über längere Zeiträume. Dabei befinden sie sich in Druckkammern mit einem Helium-Sauerstoff-Gemisch, da Helium leichter als Luft ist und sich bei hohem Druck besser atmen lässt. Aufgrund seiner extrem feinen Molekülstruktur kann Helium in das Gehäuse der Uhr eindringen, selbst wenn diese wasserdicht ist – etwa durch Dichtungen oder über den Kronenbereich.

Wenn der Taucher nach dem Einsatz wieder auf Normaldruck gebracht wird, entsteht ein Problem: Das Helium, das sich im Inneren der Uhr angesammelt hat, kann nicht schnell genug entweichen. Dadurch baut sich im Inneren der Uhr ein Überdruck auf, der im Extremfall das Uhrglas absprengen kann.

Hier kommt das Heliumventil ins Spiel. Es ist ein druckgesteuertes Sicherheitsventil, das sich bei einem definierten Überdruck automatisch öffnet (automatisches Ventil) oder bei Bedarf manuell geöffnet werden kann (manuelles Ventil), um das Gas kontrolliert entweichen zu lassen. So wird ein Druckausgleich geschaffen, ohne die Uhr zu beschädigen.

Für den normalen Alltag, Schwimmen oder Freizeittauchen ist ein Heliumventil nicht notwendig. Es ist ein Feature, das ausschließlich für den professionellen Einsatz in großer Tiefe sinnvoll ist. Dennoch führen einige Marken es auch bei Luxus-Taucheruhren als technisches Statement, selbst wenn es im Alltag selten gebraucht wird. Es steht sinnbildlich für die hohe Belastbarkeit und die technische Reife einer Uhr.


Wikipedia: Heliumventil (Uhr)LINK

Links oben sieht man das Heliumvernil bei einer Omega Seamaster.