Taucheruhr   |   Diver


Taucheruhren sind Armbanduhren, die speziell für den Einsatz unter Wasser entwickelt wurden und sich durch eine hohe Wasserdichtigkeit, Robustheit und gute Ablesbarkeit auszeichnen. Ihre Geschichte beginnt im frühen 20. Jahrhundert, als erste wasserdichte Uhrengehäuse entwickelt wurden. Einen wichtigen Meilenstein setzte Rolex 1926 mit der „Oyster“, die als erste wirklich wasserdichte Armbanduhr gilt. Richtig etablierte sich die Taucheruhr aber erst in den 1950er Jahren, als Sporttauchen und Berufstauchen populärer wurden. Modelle wie die Blancpain Fifty Fathoms oder die Rolex Submariner, beide 1953 vorgestellt, gaben der Kategorie ihre charakteristischen Merkmale, die bis heute maßgeblich sind: hohe Wasserdichtigkeit, eine drehbare Lünette mit Tauchzeitskala und ein Zifferblatt, das auch bei schwachem Licht gut erkennbar ist.

Besonders an Taucheruhren ist die Kombination aus Funktionalität und Symbolkraft. Ursprünglich als reines Werkzeug für professionelle Taucher entwickelt, wurden sie zu Ikonen des Uhrendesigns, die selbst von Menschen getragen werden, die nie tauchen gehen. Technisch herausfordernd ist vor allem die Abdichtung gegen hohen Wasserdruck und das sichere Funktionieren unter extremen Bedingungen. Manche Uhren sind für Tiefen von über tausend Metern ausgelegt, obwohl der Mensch selbst solche Tiefen gar nicht erreichen kann.

Es gibt auch Hersteller, die sich fast vollständig auf Taucheruhren konzentrieren. Doxa zum Beispiel hat seit den 1960er Jahren einen Schwerpunkt auf professionelle Taucheruhren gelegt, ebenso Marken wie Aquadive oder Sinn, die sich mit robusten, zweckorientierten Modellen einen Namen gemacht haben. Während viele große Luxusuhrenhersteller Taucheruhren als Teil ihres Portfolios anbieten, gibt es also durchaus Marken, die in dieser Nische ihre Identität gefunden haben.


Was muss eine Uhr mitbringen um offiziell eine Taucheruhr zu sein?

Damit eine Uhr offiziell als Taucheruhr bezeichnet werden darf, muss sie bestimmte Normen erfüllen, die ihre Eignung für den Einsatz unter Wasser garantieren. Maßgeblich ist dabei die internationale Norm ISO 6425, die erstmals 1982 eingeführt wurde und bis heute den Standard für Taucheruhren definiert.

Nach dieser Norm muss eine Taucheruhr mindestens bis 100 Meter Tiefe wasserdicht sein, wobei in der Praxis die meisten Modelle deutlich höhere Werte erreichen. Sie wird außerdem auf Druckbeständigkeit getestet, was nicht nur den Wasserdruck in der angegebenen Tiefe umfasst, sondern auch zusätzliche Sicherheitsreserven. Ein weiteres Kriterium ist die Ablesbarkeit: Zifferblatt, Zeiger und die Lünette müssen auch bei Dunkelheit oder schlechter Sicht eindeutig zu erkennen sein. Darum sind Zeiger und Indizes mit Leuchtmasse versehen, und die Lünette hat eine klar markierte Nullposition.

Darüber hinaus verlangt die Norm eine einseitig drehbare Lünette, damit sich die Tauchzeit nie versehentlich verlängern kann. Auch die Magnetfeldresistenz, die Stoßfestigkeit und die Beständigkeit gegen Salzwasser werden geprüft. Ein Heliumventil, das man bei besonders tiefentauglichen Modellen findet, ist dagegen nicht zwingend vorgeschrieben, sondern nur für spezielle Sättigungstauchgänge relevant.

Eine Taucheruhr, die das ISO-6425-Siegel trägt, ist also weit mehr als nur ein sportliches Accessoire. Sie ist ein Instrument, das im Ernstfall zuverlässig funktionieren muss und deshalb strenge Tests durchläuft, die weit über das hinausgehen, was Alltagsuhren leisten müssen.


Die wohl berühmteste Taucheruhr der Welt

Die Rolex Submariner gilt als die wohl berühmteste Taucheruhr der Welt und ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Anforderungen einer echten Taucheruhr praktisch umgesetzt werden. Sie wurde 1953 vorgestellt, in einer Zeit, in der das Sport- und Berufstauchen immer beliebter wurde, und war die erste Uhr, die bis 100 Meter wasserdicht war – ein Wert, der damals sensationell war.

Das Gehäuse war von Anfang an so konstruiert, dass es hohen Druck aushalten konnte. Rolex nutzte sein patentiertes „Oyster“-System, bei dem das Gehäuse aus einem massiven Stahlblock gefräst und mit einem verschraubten Boden und einer verschraubten Krone abgedichtet wurde. Die Krone ist bei der Submariner ein zentrales Element, weil sie nicht nur wasserdicht abschließen muss, sondern auch das Werk aufzieht. Um dies zuverlässig zu gewährleisten, entwickelte Rolex das „Triplock“-System, bei dem gleich mehrere Dichtungen eingesetzt sind.

Die Ablesbarkeit unter Wasser wird durch ein schwarzes Zifferblatt mit großen, kontrastreichen Leuchtindizes und breiten Zeigern erreicht. Die Lünette ist seit jeher einseitig drehbar und mit einer klaren Minutenskala versehen, sodass der Taucher seine Zeit präzise überwachen kann. Bei modernen Submariner-Modellen ist diese Lünette mit einer Keramikeinlage versehen, die besonders kratzfest und dauerhaft farbstabil ist.

Interessant ist auch, dass Rolex die Submariner über die Jahrzehnte weiterentwickelt, ohne das Grundkonzept zu verändern. Die Wasserdichtigkeit wurde auf 300 Meter erhöht, das Glas besteht heute aus Saphir statt aus Plexiglas, und die Leuchtmasse ist moderner und länger haltbar. Gleichzeitig ist die Submariner nicht nur ein Werkzeug geblieben, sondern zu einem Symbol für Luxus und Prestige geworden, das auch abseits des Wassers getragen wird.

Man kann also sagen, dass die Submariner sowohl die strengen technischen Anforderungen einer Taucheruhr erfüllt als auch als Design-Ikone eine enorme kulturelle Bedeutung erlangt hat.


Wikipedia:  TaucheruhrLINK

Die Rolex Submariner war 1953 eine der ersten Taucheruhren. Sie wird bis heute produziert, mit einer Wasserdichtheit bis 300 Meter.
Bildquelle: Dr.K