Segull Werk
Tianjin Seagull Watch Group (ursprünglich Tianjin Watch Factory), gegründet 1955 im Auftrag der Regierung, war Pionier der chinesischen Uhrenfertigung. Ihr erstes Modell, die Wuxing („Fünf Sterne“) Uhr, markierte den Übergang Chinas von der Reparatur von Uhren zur eigenen Produktion.
In den 1960er-Jahren erwarb Seagull Patente und Produktionsmaschinen des Schweizer Herstellers Venus und entwickelte daraus das Kaliber ST19, das etwa das spätere Modell der Seagull 1963 Uhr bildete.
Seit 1997/1998 entwickelte sich Seagull mit Werken wie dem ST16 und ST17 zur führenden Bewegungsschmiede – Mitte der 2000er noch, mit über 25 % Marktanteil bei mechanischen Uhrwerken weltweit.
Bis heute produziert Seagull vorzugsweise mechanische Werke, einschließlich komplizierter Kaliber wie Tourbillon, Minutenrepetition, Ewiger Kalender oder Mikrorotor-Automatik.
Besonders populär ist das ST19 (auch bekannt als ST1901 bei einigen Editionen): Es ist ein mechanischer Handaufzug-Chronograph mit rund 40 Stunden Gangreserve, basierend auf dem ursprünglichen Venus 175.
Auch die einfachen Kaliber wie ST6, ST16/ST17 sowie das Chronograph-Werk ST19 gelten als zuverlässig und weit verbreitet.
Viele Mikro- und Kleinmarken verwenden Seagull-Werke in ihren Uhren. Zu den genannten verwenden Marken gehören Lorier, Baltic, Lamberti, HTD, Monsieur, Hoffman sowie diverse Microbrands.
Beim Modell „Seagull 1963“ etwa: Auch die Versionen von Marken wie Red Star oder Sugess gelten als „genuine“, da sie dieselben ST19-Werke einsetzen—zum Teil lizenziert durch Seagull.
Fazit
Seagull ist der größte Hersteller mechanischer Uhrwerke weltweit – mit Wurzeln in den 1950er-Jahren und einem bedeutenden Anteil am globalen Markt. Ihre bekanntesten Kaliber wie das ST19 genießen einen exzellenten Ruf für Robustheit und Langlebigkeit. Und ja, zahlreiche andere Uhrenmarken—besonders im Microbrand-Segment—nutzen diese Werke, was ihre vielschichtige Bedeutung im Segment der Uhrmacherei unterstreicht.
