Tourbillion
Ein Tourbillon ist eine sehr spezielle Komplikation in einer mechanischen Armbanduhr. Erfunden wurde es Ende des 18. Jahrhunderts von Abraham-Louis Breguet, um ein Problem zu lösen, das damals besonders bei Taschenuhren relevant war. Mechanische Uhren sind empfindlich gegenüber der Schwerkraft, weil das Uhrwerk in einer festen Position getragen wird und die Unruh – das Herz der Uhr, das für den Takt sorgt – dadurch in bestimmten Lagen minimal ungenau laufen kann. Breguet hatte die Idee, die gesamte Hemmung samt Unruh in einem kleinen, rotierenden Käfig unterzubringen. Dieser Käfig dreht sich meist einmal pro Minute um die eigene Achse. Durch diese ständige Bewegung heben sich die Lagenfehler, die durch die Schwerkraft entstehen, zum Teil gegenseitig auf, sodass die Uhr präziser läuft.
In der Praxis spielt das Tourbillon bei modernen Armbanduhren keine große Rolle mehr, weil heutige Materialien, Fertigungstoleranzen und Reguliertechniken die ursprünglichen Vorteile fast überflüssig gemacht haben. Trotzdem gilt es als eine der höchsten Meisterleistungen der Uhrmacherkunst, weil es technisch extrem anspruchsvoll ist und ästhetisch beeindruckt. Ein Tourbillon ist also weniger ein Mittel zur besseren Ganggenauigkeit als vielmehr ein Zeichen von Prestige, Handwerkskunst und Exklusivität. Viele Sammler betrachten es als die Krönung mechanischer Uhrmacherei, und oft wird es so gebaut, dass man den rotierenden Käfig durch eine Öffnung im Zifferblatt beobachten kann – was den Reiz zusätzlich verstärkt.
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Bildquelle: Martin Zetzschke
