Halbschwingungen


Die Halbschwingung bei mechanischen Armbanduhren ist ein zentrales Maß für die Schlagfrequenz des Uhrwerks und damit für seine Ganggenauigkeit. Sie beschreibt, wie oft sich die Unruh, das schwingende Herzstück der Uhr, innerhalb einer Sekunde hin und her bewegt. Eine vollständige Schwingung besteht aus einer Bewegung in eine Richtung und der Rückkehr – jede dieser Bewegungen zählt als eine Halbschwingung. Wenn eine Uhr zum Beispiel mit 28.800 Halbschwingungen pro Stunde arbeitet, schwingt die Unruh achtmal pro Sekunde.

Diese hohe Frequenz bewirkt, dass das Uhrwerk exakter läuft, weil kleinere Störungen – wie etwa Erschütterungen – einen geringeren Einfluss auf den Gang der Uhr haben. Außerdem sorgt eine höhere Schwingungszahl für einen gleichmäßigeren Lauf des Sekundenzeigers, was optisch als ruhigeres, fließenderes Gleiten wahrgenommen wird. Die Halbschwingungen stammen aus der physikalischen Bewegung der Unruh, die gemeinsam mit der Spiralfeder ein harmonisches Pendelsystem bildet. Angetrieben wird dieses System durch die Energie aus dem Federhaus, die über das Räderwerk an die Hemmung weitergeleitet wird. 

Die Hemmung wiederum gibt diese Energie in exakt dosierten Impulsen an die Unruh weiter und steuert gleichzeitig das Fortschreiten der Zahnräder, also das Anzeigen der Zeit. Die Halbschwingung ist daher nicht nur ein Maß für das Tempo des Uhrwerks, sondern ein Ausdruck seiner Präzision, Balance und technischen Raffinesse.

Die hörbaren Antriebsimpulse (Schläge) einer mechanischen Uhr werden mit Hilfe einer Zeitwaage abgehört, weiterverarbeitet und damit eingestellt.


Wikipedia: Schlagzahl (Uhr)LINK

Eine elektronische Zeitwaage "Vibrograf B 200" mit Mikrofon. Links neben der Analyseeinheit ist die Halterung zu sehen, mit der das "Ticken" der Uhr abgehört wird.
Bildquelle: Wikipedia


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