Lagersteine   |   Rubine   |   Saphire


Lagersteine in Armbanduhren sind winzige, künstlich hergestellte Rubine oder Saphire, die in das Uhrwerk eingebaut werden, um Reibung zu minimieren und den Verschleiß an besonders beanspruchten Stellen zu reduzieren. Sie befinden sich vor allem dort, wo sich Achsen oder Zapfen von Rädern drehen oder hin- und herbewegen, etwa in der Hemmung oder im Räderwerk. Durch ihre extreme Härte sind Lagersteine ideal, um mechanische Teile dauerhaft und präzise zu führen, ohne dass es zu nennenswertem Abrieb kommt.

Entscheidend ist dabei nicht nur die Materialeigenschaft, sondern auch die perfekte Bearbeitung: Die Steine werden exakt gebohrt, poliert und eingesetzt, um eine reibungsarme Gleitfläche für die beweglichen Bauteile zu schaffen. Dadurch erhöht sich die Lebensdauer des Uhrwerks und die Ganggenauigkeit bleibt über lange Zeit stabil. Je nach Komplexität des Werks variiert die Anzahl der Lagersteine. Ein einfaches mechanisches Werk kann mit rund 17 Steinen auskommen, während komplizierte Uhren mit Zusatzfunktionen wie Chronographen, Mondphasen oder Tourbillons auch 25 oder mehr benötigen.

Wichtig zu verstehen ist, dass die Zahl der Lagersteine allein kein Maßstab für die Qualität einer Uhr ist. Entscheidend ist vielmehr, ob die Steine dort eingesetzt werden, wo sie wirklich technische Vorteile bringen. Eine präzise gesetzte kleine Zahl hochwertiger Lagersteine kann also mehr aussagen als ein auffälliger, aber technisch unnötiger Überfluss. In hochwertigen Uhren sind sie nicht nur funktional, sondern mitunter auch optisch sichtbar und tragen zum ästhetischen Eindruck des Werks bei – besonders bei skelettierten oder verglasten Modellen.

Lagersteine sind damit ein zentrales Detail der klassischen Uhrmacherkunst, das Technik, Langlebigkeit und Schönheit miteinander verbindet.


Wikipedia: Stein (Uhr)LINK

In einem Uhrwerk verpresste Steine und ein mit Stoßsicherung befestigter Unruh-Deckstein.
Bildquelle: Hustvedt - Eigenes Werk