Räderwerk
Das Räderwerk einer mechanischen Armbanduhr ist das zentrale Verbindungssystem, das die Energie vom aufgezogenen Federhaus bis hin zur Hemmung überträgt und dabei in eine exakt dosierte Bewegung umwandelt. Es besteht aus einer Reihe fein abgestimmter Zahnräder, die in einem festen Übersetzungsverhältnis zueinander stehen. Jedes Rad erfüllt eine bestimmte Funktion, vom Minuten- und Stundenrad über das Kleinbodenrad bis hin zum Ankerrad, das direkt mit der Hemmung zusammenarbeitet. Die Präzision dieser Übersetzungen bestimmt, wie genau die Uhr läuft, da die Räder im Zusammenspiel den Takt des Uhrwerks in die kontinuierliche Drehbewegung der Zeiger übertragen.
Besonders wichtig ist, dass die Lagerungen der Zahnräder reibungsarm funktionieren. Dafür werden in hochwertigen Uhren Lagersteine aus Rubin oder Saphir eingesetzt, die die Reibung minimieren und den Verschleiß verringern. Selbst kleinste Abweichungen in der Zahngeometrie oder Verunreinigungen können den Gang der Uhr stören, weshalb Sauberkeit und Schmierung im Räderwerk entscheidend sind. Uhrmacher verwenden spezielle Öle, die an bestimmten Kontaktpunkten aufgetragen werden und die Bewegungen über Jahre hinweg reibungsfrei halten sollen.
Beachten muss man, dass das Räderwerk sehr empfindlich auf Stöße, Magnetfelder und Feuchtigkeit reagiert. Ein Schlag auf das Gehäuse kann winzige Zahnradachsen verbiegen, während Magnetismus die Stahlteile beeinflussen und zu Blockaden führen kann. Auch zu lange Wartungsintervalle wirken sich negativ aus, da das Öl verharzt und dadurch die Reibung steigt. Ein gut gepflegtes Räderwerk sorgt nicht nur für eine präzise Zeitanzeige, sondern auch für die Langlebigkeit des gesamten Uhrwerks.
| Wikipedia: Räderwerk | LINK |
Bildquelle: Berlinerblau - Eigenes Werk
