Cortébert


Kurzvorstellung

Der Name Cortébert verweist auf eine traditionsreiche Schweizer Uhrenmanufaktur mit Wurzeln im 18. Jahrhundert. Das Unternehmen wurde 1790 im gleichnamigen Ort Cortébert im Berner Jura gegründet und entwickelte sich im 19. Jahrhundert zu einem bedeutenden Produzenten hochwertiger Taschenuhrwerke. Besonders bekannt wurde Cortébert durch präzise und robuste Kaliber, die auch von anderen Marken verwendet wurden.

Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert lieferte Cortébert zahlreiche Uhrwerke an internationale Kunden. Eine enge Verbindung bestand zur italienischen Eisenbahn, für die besonders zuverlässige Taschenuhren gefertigt wurden. Auch militärische Anwendungen spielten eine Rolle. Die Werke zeichneten sich durch solide Konstruktion und hohe Ganggenauigkeit aus, was der Marke einen ausgezeichneten Ruf einbrachte.

Im Zuge der strukturellen Veränderungen der Schweizer Uhrenindustrie und der Quarzkrise verlor Cortébert jedoch an Bedeutung. Die Produktion wurde im Laufe des 20. Jahrhunderts stark reduziert, und die Marke verschwand zeitweise weitgehend vom Markt. Dennoch blieb der Name unter Sammlern bekannt, insbesondere wegen der historischen Taschenuhrwerke und ihrer technischen Qualität.

In den letzten Jahren gab es Bestrebungen, die Marke Cortébert wiederzubeleben. Neue Modelle greifen klassische Designelemente auf und orientieren sich an historischen Vorbildern. Ziel ist es, die traditionsreiche Geschichte mit zeitgemäßer Technik zu verbinden. Dabei steht weniger die Massenproduktion im Vordergrund, sondern vielmehr eine bewusste Rückbesinnung auf Handwerkskunst und Heritage.

Cortébert verkörpert damit ein Stück Schweizer Uhrengeschichte, das eng mit der Entwicklung präziser mechanischer Werke verbunden ist. Auch wenn die Marke heute nicht die internationale Strahlkraft großer Luxuskonzerne besitzt, bleibt sie für Kenner ein interessantes Kapitel der Horlogerie. Die Kombination aus historischer Substanz und dem Versuch einer modernen Wiederbelebung macht Cortébert zu einem besonderen Namen in der Welt mechanischer Uhren.


Cortébert

HerstellerCortébert Watch Company (ursprünglich „Raiguel Juillard & Cie.“, später offiziell registriert ab 1855 unter Cortébert)
Anschrift ZentraleIn der Ortschaft Cortébert    |    Kanton Bern    |    Schweiz
WebsiteAltbetrieb: Nicht verfügbar    |    Cortébert 1790 -  Relaunch:  https://cortebert1790.com/
WikipediaNicht verfügbar    |    Cortébert 1790 -  Relaunch:    Es ist keine eMail ausgewiesen.
eMailKeine aktuelle allgemeine Firmenadresse verfügbar, da das ursprüngliche Cortébert heute nicht operativ tätig ist.
 
GründungsdatumGründung: 1790 durch Abraham‑Louis (oder Adam‑Louis) Juillard in Sonvilier, später – 1855 – als Marke Cortébert registriert; 1865 Bau der Manufaktur in Cortébert.
Ende / Übernahme: Produktion eingestellt 1962 (Übernahme durch Omega), bis 1984 bleibt Werk aktiv; danach stillgelegt und Gebäude umgenutzt.
ZielgruppeZielgruppen: Eisenbahn- und Marinepersonal, Piloten; hochwertige Uhren für Fachbereiche wie Straßenbahnen, Eisenbahnen und militärische Nutzung in Italien, der Türkei, Großbritannien, Rumänien; Uhrenenthusiasten & Sammler.
Preisniveau

Historisch: Mitte bis obere Premiumklasse; Zifferblatt- und Eisenbahnuhrwerke lagen im gehobenen Segment.

Heute (Vintage): Gebrauchtpreise auf Plattformen wie eBay und Chrono24 bewegen sich meist zwischen 100 $ und 500 $, seltene Stücke zahlen bis mehrere Tausend Euro (z. B. Pallweber-Taschenuhren bis ~2 600 €)


Verkaufte StückzahlenHistorisch: Zehntausende Uhren produziert, insbesondere für Eisenbahnen in England, Italien, Türkei und Rumänien.
Verwendete WerkeEigene Manufakturwerke. Fertigte eigene hochwertige Werke – auch lieferte Werke/Manufakturteile an Marken wie Rolex und Panerai; bekannt für patentierte Jump‑Hour-Werke (Lizenz Pallweber), später auch Railway‑Chronometer.
Umsatz

Historisch & heute: Keine konkreten Zahlen verfügbar; Unternehmen war eigenständig bis 1962, danach in Omega integriert, keine eigenständigen Umsatzzahlen publiziert.


Gehört zuBis 1962: Unabhängiges Familienunternehmen.
1962–84: Übernahme durch Omega (Teil der SSIH-Gruppe), später im Swatch‑Konzern; Produktion in Cortébert bis 1984, dann eingestellt.
Heute: Marke wurde offenbar neu aufgelegt durch Cortebert1790 – unabhängiger Relaunch.
Sonstiges
  • Schwerpunkte: Bekannt für Spring-Stunden-Uhren (Jump‑Hour), Eisenbahnchronometer, Pilotenuhren.
  • Technologie & Einfluss: Wichtige Rolle bei sowjetischer Uhrenindustrie (Molnija), Rebranding in Italien unter „Perseo“ auf Wunsch Mussolinis 1927.
  • Historische Markenregistrierung: 1926 offiziell als „Cortebert Watch Co.“ registriert.
  • Gebäude: Umgewandelt in Wohnlofts seit Ende 1980er.