Genfer Streifenschliff   |   Côtes de Genève


Der Genfer Streifenschliff, auch „Côtes de Genève“ genannt, ist eine traditionelle Veredelungstechnik in der Haute Horlogerie, die vor allem auf den Werkbrücken und Platinen mechanischer Uhrwerke verwendet wird. Dabei handelt es sich um parallel verlaufende, leicht gewellte Linien, die mit speziellen Schleifwerkzeugen erzeugt werden. Der Effekt entsteht durch das wiederholte Ziehen eines abrasiven Werkzeugs – meist eine mit Schleifpaste belegte, rotierende Holz- oder Kunststoffscheibe – über die Metalloberfläche, wobei ein charakteristisches Muster entsteht, das an sanfte Wellen oder eben Streifen erinnert.

Diese dekorative Technik hat nicht nur ästhetische, sondern auch symbolische Bedeutung. Sie steht für Präzision, Handwerkskunst und den hohen Anspruch an Qualität und Detailverliebtheit, den viele Schweizer Uhrenmarken pflegen. Der Name leitet sich von Genf ab, einem der historischen Zentren der Schweizer Uhrmacherei, wo diese Technik besonders gepflegt wurde.

Obwohl der Genfer Streifenschliff keine direkte technische Funktion erfüllt, trägt er zur Wertigkeit einer Uhr bei, da seine Ausführung viel Erfahrung und Sorgfalt erfordert. Oft wird er mit weiteren Finissierungen wie Perlage oder anglierte Kanten kombiniert, um das Uhrwerk nicht nur funktional, sondern auch visuell zu einem Kunstwerk zu machen. Hochwertige Manufakturen setzen diese Verzierung gezielt ein, um ihre Uhrwerke unverwechselbar zu gestalten und gleichzeitig die handwerkliche Tradition der klassischen Uhrmacherei zu ehren.


Wikipedia: Finissage (Uhr)LINK