A. Lange & Söhne


Kurzvorstellung /  Stand 03.2026

Der sächsische Uhrenhersteller A. Lange & Söhne zählt zu den renommiertesten Manufakturen der Haute Horlogerie. Die Ursprünge reichen bis ins Jahr 1845 zurück, als Ferdinand Adolph Lange in Glashütte seine eigene Werkstatt gründete. Sein Ziel war es, in der strukturschwachen Region eine hochwertige Uhrenindustrie aufzubauen. Mit Unterstützung der sächsischen Regierung entwickelte sich Glashütte innerhalb weniger Jahrzehnte zu einem Zentrum deutscher Feinuhrmacherei.

A. Lange & Söhne etablierte sich rasch als Hersteller präziser Taschenuhren mit innovativen technischen Lösungen. Charakteristisch wurden die Dreiviertelplatine aus Neusilber, verschraubte Goldchatons und gebläute Schrauben – Gestaltungs- und Konstruktionsmerkmale, die bis heute Markenzeichen sind. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Unternehmen verstaatlicht und in den VEB Glashütter Uhrenbetriebe integriert. Der Markenname verschwand für Jahrzehnte vom Markt.

Erst nach der deutschen Wiedervereinigung gelang 1990 die Neugründung durch Walter Lange, einen Urenkel des Firmengründers. Bereits 1994 präsentierte das Unternehmen vier neue Modelle, darunter die „Lange 1“, die mit ihrem dezentralen Zifferblatt und dem Großdatum sofort Aufmerksamkeit erregte. Das Großdatum, inspiriert von der Fünf-Minuten-Uhr der Dresdner Semperoper, entwickelte sich zu einem unverwechselbaren Designmerkmal.

Heute fertigt A. Lange & Söhne ausschließlich mechanische Uhren im oberen Luxussegment. Sämtliche Werke werden in Glashütte entwickelt, montiert und aufwendig finissiert. Besonders bemerkenswert ist die doppelte Montage: Jedes Werk wird nach vollständiger Montage wieder zerlegt, gereinigt und anschließend endgültig zusammengesetzt. Diese Praxis gewährleistet höchste Qualitätsstandards.

Das Portfolio umfasst ikonische Modelle wie die Lange 1, die Zeitwerk mit ihrer springenden Digitalanzeige oder aufwendige Komplikationen wie ewige Kalender, Tourbillons und Minutenrepetitionen. Technische Innovation und traditionelle Handwerkskunst gehen dabei Hand in Hand. Charakteristisch sind von Hand gravierte Unruhkloben, die jede Uhr zu einem Unikat machen.

Seit 2000 gehört die Manufaktur zur Schweizer Richemont-Gruppe, bewahrt jedoch ihre eigenständige Identität. A. Lange & Söhne steht für deutsche Präzision, kompromisslose Fertigungsqualität und eine klare, funktionale Designsprache. Die Marke gilt heute als Aushängeschild der Glashütter Uhrmacherkunst und als ernstzunehmendes Pendant zu den großen Schweizer Manufakturen.



Datenstand 03/2026
HerstellerLange Uhren GmbH
Anschrift ZentraleFerdinand‑A.‑Lange‑Platz 1   |   01768 Glashütte    |    Sachsen    |    Deutschland
Websitehttps://www.alange-soehne.com/eu-de
Wikipediahttps://de.wikipedia.org/wiki/A._Lange_%26_S%C3%B6hne
eMailLange gibt keine allgemeine E‑Mail‑Adresse öffentlich bekannt.

Gründungsdatum
Zielgruppe
  • Hochexklusive Kundschaft mit Leidenschaft für feinste Mechanik und traditionelles Handwerk
  • Primär Uhrenkenner, Sammler, Liebhaber klassischer, mechanischer Zeitmesser (“Understatement ohne Pomp”)
  • Auch jüngere, digital-affine Luxuskunden, besonders in Asien.

PreisniveauEinstieg: ca. 12.500,00 Euro bis 15.000,00 Euro
Oberes Segment: bis über 1 Million Euro, z. B. Grand Complication (~2 Mio €)

Verkaufte Stückzahlen
Zwischen ca. 5.000 und 8.000 Uhren pro Jahr.

UmsatzUmsatz 2022: ca. 166 Millionen Euro (Geschäftsjahr bis März 2023).

Verwendet Werke von100 % In‑House‑Kaliber, gefertigt, veredelt und montiert in Glashütte.

Gehört zu
Sonstiges
  • Lange 1 (erstmalig vorgestellt 1994).
    Zeitwerk (Varianten: Zeitwerk Date, Zeitwerk Striking Time, Zeitwerk Minute Repeater)
    Datograph (Berühmt für komplexes Werk und feinste Finissierung)
    Saxonia (Schlichtere Linie – klassisches, elegantes Design),
    Richard Lange (Varianten: Richard Lange Jumping Seconds, Tourbillon „Pour le Mérite").
    1815 (Klassisches Modell mit Anspielung auf das Geburtsjahr von Ferdinand Adolph Lange)
    Odysseus (Erste sportlich-luxuriöse Edelstahl-Uhr der Marke (2019 eingeführt).
  • Stark handwerklich geprägt: Fertigung einer Uhr kann bis zu 1 Jahr dauern, inklusive Veredelung aller Teile.
  • Produktion CO₂-neutral klimatisiert, geothermisch betrieben.
  • Edle Materialien: Gold, Platin, Honiggold mit höchster Finissierung.