Leuchtziffernblatt
Ein leuchtendes Zifferblatt bei Armbanduhren – oft auch als Leuchtzifferblatt bezeichnet – dient dazu, die Uhrzeit auch bei Dunkelheit ablesen zu können. Um diese Leuchtfähigkeit zu erreichen, werden spezielle Materialien auf die Zeiger und Indexe oder direkt auf das Zifferblatt aufgetragen. Ob diese Materialien gesundheitsschädlich sind oder nicht, hängt entscheidend davon ab, welche Leuchtstoffe verwendet werden – und das hat sich historisch deutlich verändert.
Früher – vor allem im frühen 20. Jahrhundert – kam Radium zum Einsatz, ein radioaktives Material, das permanent leuchtet. Zwar war der Effekt sehr beeindruckend, aber Radium stellt tatsächlich ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar. Besonders tragisch wurde dies bei den sogenannten „Radium Girls“ in den USA, die beim Bemalen der Zifferblätter mit Radiumfarbe verstrahlt wurden. Aufgrund dieser Risiken ist der Einsatz solcher radioaktiven Stoffe seit Jahrzehnten weltweit streng reguliert oder verboten.
Heute verwendet man in der Uhrenindustrie weitgehend ungefährliche Alternativen. Am verbreitetsten ist sogenanntes Super-LumiNova, ein nicht-radioaktives, phosphoreszierendes Pigment auf Keramikbasis. Dieses Material wird durch Licht „aufgeladen“ und leuchtet anschließend für eine gewisse Zeit in der Dunkelheit – ohne jede Strahlungsgefahr. Es findet sich bei hochwertigen wie auch preisgünstigeren Uhren und ist völlig unbedenklich. Bei Taucheruhren oder Militäruhren wird es besonders intensiv eingesetzt, weil dort gute Ablesbarkeit bei Dunkelheit essenziell ist.
Eine Zwischenform stellen Tritium-Gaslichtquellen dar, bei denen winzige mit Tritium gefüllte Glasröhrchen verwendet werden. Tritium ist ebenfalls radioaktiv, aber in sehr geringen Mengen eingeschlossen und von Glas umgeben. Solche Uhren sind in der Regel sicher im Gebrauch, unterliegen jedoch gesetzlichen Auflagen und Kennzeichnungspflichten.
Wenn man heute eine Armbanduhr mit leuchtendem Zifferblatt kauft, musst man sich in der Regel keine Sorgen um seine Gesundheit machen – insbesondere dann nicht, wenn es sich um ein modernes Modell eines etablierten Herstellers handelt. Nur bei sehr alten Vintage-Uhren, insbesondere aus der Zeit vor 1960, kann noch Radium enthalten sein. Solche Stücke sollte man mit Vorsicht behandeln, besonders wenn das Gehäuse beschädigt oder der Leuchtstoff brüchig ist.
Zusammengefasst: Ein modernes leuchtendes Zifferblatt ist heute absolut unbedenklich, technisch ausgereift und praktisch – und gesundheitlich nur dann relevant, wenn es sich um historische Stücke mit früheren Leuchtstoffen handelt.
| Wikipedia: Lumineszenz Fluoreszenz_und_Phosphoreszenz | LINK |
