Spring Drive


Der Spring Drive ist eine von Grand Seiko entwickelte Uhrwerkstechnologie, die einen einzigartigen Ansatz zwischen klassischer Mechanik und moderner Elektronik darstellt. Anders als ein traditionelles mechanisches Werk, das vollständig auf dem Zusammenspiel von Feder, Hemmung und Rädern basiert, kombiniert der Spring Drive den mechanischen Antrieb durch eine Zugfeder mit einem elektronisch gesteuerten Regelsystem. Die Energie kommt also wie bei einer mechanischen Uhr aus dem Aufzug, aber statt einer Hemmung sorgt ein sogenannter Tri-Synchro-Regulator dafür, dass die Energie kontrolliert abgegeben wird. Dabei wirken drei Formen von Energie zusammen: mechanische, elektrische und elektromagnetische.

Der entscheidende Unterschied liegt darin, dass die Energie des Federhauses einen kleinen Generator antreibt, der Strom erzeugt und damit einen Quarzkristall in Schwingung versetzt. Dieser Quarzkristall liefert die Referenzfrequenz, die dafür sorgt, dass das Gleitrad des Uhrwerks mit hoher Präzision gebremst wird. Auf diese Weise wird eine Genauigkeit erreicht, die nahe an die von Quarzwerken herankommt, ohne dass eine Batterie erforderlich wäre.

Optisch erkennt man eine Spring-Drive-Uhr an dem völlig gleichmäßig fließenden Lauf des Sekundenzeigers, der ohne das typische Ticken einer mechanischen Uhr über das Zifferblatt gleitet. Das vermittelt einen Eindruck von Ruhe und Perfektion, der für viele Enthusiasten Teil des besonderen Reizes dieser Technologie ist. Gleichzeitig bewahrt das Werk die Seele einer mechanischen Uhr, da es weiterhin von Hand aufgezogen oder über einen Rotor automatisch gespannt werden kann.

Spring Drive gilt als Ausdruck von Grand Seikos Anspruch, traditionelle Uhrmacherkunst mit innovativer Technik zu vereinen. Es zeigt, dass Präzision, Langlebigkeit und Ästhetik auch jenseits der klassischen Mechanik oder reinen Quarzwerke ihren Platz haben.

Eine Grand Seiko läuft in der Regel zwischen 55 und 80 Stunden mit einer einzigen Aufzugsphase, abhängig vom jeweiligen Werk. Modelle mit Spring Drive oder mechanischem Automatikwerk bewegen sich meist im Bereich von etwa drei Tagen, während manche moderne Kaliber mit zwei Federhäusern sogar deutlich länger durchhalten können. Quarzmodelle sind eine Ausnahme, da sie wie alle Quarzuhren mit Batterie betrieben werden und dadurch jahrelang ohne Unterbrechung laufen.

Entscheidend ist also, welches Werk in der Grand Seiko sitzt: Mechanische und Spring-Drive-Varianten sind von der Gangreserve abhängig, Quarzvarianten von der Batterielaufzeit.


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