Sichtboden
Ein Sichtboden bei Armbanduhren bezeichnet den Boden des Gehäuses, der nicht aus Metall, sondern aus durchsichtigem Material wie Saphirglas oder Mineralglas gefertigt ist. Er ermöglicht den Blick auf das Uhrwerk und macht damit sichtbar, was sonst verborgen bleibt: die feinen Zahnräder, die Unruh, die Schwungmasse eines Automatikwerks oder auch dekorative Verzierungen wie Genfer Streifen, Perlage oder gebläute Schrauben. Viele Sammler und Uhrenliebhaber schätzen Sichtböden, weil sie die Technik und Handwerkskunst einer Uhr unmittelbar erlebbar machen.
Die Qualität eines Sichtbodens hängt vom verwendeten Glas ab. Saphirglas ist kratzfest und hochwertig, Mineralglas günstiger, aber anfälliger für Kratzer. Auch die Art der Gehäusekonstruktion spielt eine Rolle, da der Sichtboden die Wasserdichtigkeit beeinflussen kann. Bei sehr sportlichen oder professionellen Taucheruhren wird daher oft auf einen Sichtboden verzichtet, um maximale Robustheit und Dichtigkeit zu gewährleisten.
Sichtböden haben keinen Einfluss auf die Funktion der Uhr, sie sind rein ästhetisch. Sie finden sich sowohl bei erschwinglichen Einsteigeruhren als auch bei hochpreisigen Luxusmodellen. Während einfache Uhrwerke oft eher funktional wirken, nutzen Manufakturen den Sichtboden, um ihre aufwendig dekorierten Werke und technische Raffinessen zu präsentieren. So wird der Sichtboden zu einem Element, das die emotionale Bindung zur Uhr verstärkt, indem er die Verbindung zwischen Träger und Mechanik sichtbar macht.
Bildquelle: Martin Zetzschke - eigenes Werk.
