Pfeil Indizes
Pfeilindizes bei Armbanduhren sind Stundenmarkierungen, deren Form an eine Pfeilspitze erinnert. Statt schlichter Striche oder Punkte setzen viele Hersteller diese markante Geometrie ein, um den Blick des Trägers intuitiv auf die exakte Position der Stunde zu lenken. Die Pfeilform kann dabei sehr unterschiedlich interpretiert werden – von breiten, fast dreieckigen Flächen, die viel Leuchtmasse tragen, bis zu schlanken, fein zulaufenden Spitzen, die einen sportlicheren oder technischen Eindruck hinterlassen. Oft nutzt man sie, um einer Uhr einen Hauch von Vintage-Charakter oder militärischer Präzision zu verleihen, da diese Form in historischen Flieger- und Taucheruhren weit verbreitet war. Neben der reinen Funktion als gut erkennbares Designelement haben Pfeilindizes auch eine ästhetische Wirkung: sie lenken die Wahrnehmung auf die Symmetrie und Ausrichtung des Zifferblatts und erzeugen eine visuelle Dynamik, die bei schlichten Indizes weniger ausgeprägt ist. Manche Marken verwenden den Pfeil nur auf der Zwölf, um die Orientierung zu erleichtern, andere gestalten das gesamte Stundenlayout in Pfeilform, was der Uhr ein kraftvolles, klar strukturiertes Gesicht gibt.
Die Pfeilform bei Indizes hat ihren Ursprung vor allem in der funktionalen Uhrmacherei des 20. Jahrhunderts, als Armbanduhren für Piloten, Soldaten und Taucher entwickelt wurden, die in schwierigen Bedingungen schnell und eindeutig ablesbar sein mussten.
Bei Fliegeruhren, insbesondere während des Zweiten Weltkriegs, setzte man auf markante Formen, um die Orientierung am Zifferblatt zu beschleunigen. Der nach oben gerichtete Pfeil an der Zwölf war ein klarer Fixpunkt, den man auch bei Nacht oder unter Stress sofort erkannte. In britischen Militäruhren tauchte zudem der sogenannte Broad Arrow auf – ein stilisierter Pfeil, der nicht nur auf dem Zifferblatt, sondern auch auf Gehäuseböden als Eigentumskennzeichnung des Militärs graviert war.
Im Taucheruhrenbereich nutzte man pfeilförmige Indizes oder Zeiger, um unter Wasser die Ablesbarkeit zu maximieren. Die breite Pfeilfläche ließ sich mit reichlich Leuchtmasse belegen, was in trübem Wasser oder bei schlechter Beleuchtung einen deutlichen Vorteil bot. Marken wie Omega, Seiko oder Tudor haben solche Designs in bestimmten Modellen bewusst hervorgehoben, oft inspiriert von Werkzeuguhren ihrer eigenen Geschichte.
Mit der Zeit wurde die Pfeilform vom rein praktischen Hilfsmittel auch zu einem Stilmittel. Hersteller griffen sie in Re-Editionen oder Retro-Designs wieder auf, weil sie sofort Assoziationen zu Abenteuer, Präzision und historischer Robustheit weckt. Heute findet man Pfeilindizes sowohl in professionellen Toolwatches als auch in eleganteren Modellen, bei denen der Pfeil eher ein nostalgisches Zitat ist als eine zwingende Funktion.
Einige Modellreihen, in denen Pfeilindizes besonders prägnant sind, haben sich im Laufe der Zeit fast zu Design-Ikonen entwickelt. Bei Omega ist das zum Beispiel die Seamaster 300 (Beschreibung vom Juwelier Altherr), vor allem in den historischen Varianten aus den 1960er-Jahren und den modernen Re-Editionen, bei denen breite, pfeilförmige Stundenindizes für maximale Ablesbarkeit sorgen. Auch die Omega Railmaster der frühen Generationen zeigte einen klaren Pfeilcharakter bei ihren Markierungen.Bei Seiko finden sich Pfeilindizes besonders bei den professionellen Diver’s Modellen, etwa in der Prospex-Serie, wo große, leuchtstarke Pfeilspitzen auf dem Zifferblatt sitzen. Tudor nutzte in der Pelagos und einigen Black Bay-Varianten teils stark stilisierte Pfeilformen für Stundenmarker oder Zeiger, um den Werkzeuguhr-Charakter zu betonen.Im militärischen Bereich war der Broad Arrow auf britischen Dienstuhren – etwa der IWC Mark XI oder der Smiths W10 – nicht nur ein Eigentumszeichen, sondern wurde teilweise auch als Indizes-Form aufgegriffen. Vintage-Modelle von Longines oder Blancpain aus den 1950er- und 60er-Jahren, vor allem Taucher- und Expeditionsuhren, integrierten ebenfalls pfeilartige Markierungen.
