Silber


Silber ist ein traditionsreiches, aber in der Uhrenwelt eher selten genutztes Material, weil es weicher und anfälliger für Kratzer und Oxidation ist als Edelstahl. In der Vergangenheit wurden Gehäuse und auch Zifferblätter häufiger aus Silber gefertigt, insbesondere im 19. und frühen 20. Jahrhundert, während heute nur noch wenige Hersteller auf echtes Silber setzen. Der Grund liegt darin, dass Silber zwar einen warmen, edlen Glanz besitzt, aber zu Verfärbungen und dem typischen Anlaufen neigt, wenn es mit Luft, Feuchtigkeit oder Schwefelverbindungen in Kontakt kommt. Diese dunklere Patina kann von Sammlern geschätzt werden, weil sie Charakter verleiht, wird aber von vielen Trägern als störend empfunden.

Um das Anlaufen zu verhindern oder zu verzögern, gibt es mehrere Ansätze. Manche Hersteller versehen Silbergehäuse mit einer dünnen Beschichtung, oft aus Rhodium oder Palladium, die die Oberfläche vor Oxidation schützt und gleichzeitig den Glanz erhält. Alternativ können Silberteile regelmäßig mit einem speziellen Silberputztuch oder sanften Reinigungsmitteln poliert werden, um Verfärbungen zu entfernen. Wer eine Uhr mit Silbergehäuse trägt, sollte außerdem darauf achten, sie trocken zu lagern und möglichst nicht in feuchten oder schwefelhaltigen Umgebungen aufzubewahren.

Silber bleibt ein Material mit besonderer Ausstrahlung, das sich durch seinen warmen Ton deutlich von kühlem Edelstahl abhebt. Es verlangt jedoch mehr Pflege und Aufmerksamkeit, sodass es meist von Liebhabern geschätzt wird, die genau diesen lebendigen Charakter und die Veränderung der Oberfläche über die Jahre mögen.


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